Dienstag, 16. Oktober 2012

Pilzepilzepilzepilzepilzepilzepilzpilzpilz!

In früheren Blogs habe ich ja darüber geklagt, wie wenige Pilze es bei mir zuhause gibt. Jetzt arbeite ich ja praktisch im Wald. Noch dazu einem Wald, dessen Boden zwar hauptsächlich wie im Nürnberger Land typisch recht sandig ist, aber der auch viele lehmige Stellen aufzuweisen hat. Das heißt: Hier rauscht das Wasser nicht einfach nur so durch wie das in meinem Eichstätter Jura-Hochwald meist der Fall ist.
Schopftintling
Der Waldteil, in dem ich arbeite, besteht hauptsächlich aus Stieleichen und Hainbuchen sowie Kiefern und Fichten. Zwischendrin gibt es auch vereinzelte Anhäufungen von Buchen und hier und da auch der übliche Strauchbewuchs, z.B. Hartriegel und Faulbaum.
Kein Wunder, dass sich hier sehr viele verschiedene Pilze wohlfühlen!
Genug der Worte, es folgt eine kleine Pilzgallerie – Namen erfahrt Ihr, wenn Ihr mit der Maus über das Bild fahrt. Viel Spaß!

^essbar

^erzeugt Rauschzustände, soll von den Berserkern als Kampfdroge genutzt worden sein

^giftig
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Oben und unten sind Braunrote Milchlinge abgebildet. Warum er Milchling heißt, kann man sich spätestens beim unterem Bild denken. Bei Verletzung sondert er nämlich eine milchige Flüssigkeit ab, die ziemlich scharf-bitterlich schmeckt und die Haut pastellgelb verfärbt. Was roh schon so ekelhaft schmeckt, kann gekocht nicht anders sein. Giftig ist er allerdings nicht.
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^essbar aber wie alle Lorcheln selten. Also Einzelstücke immer stehen lassen und hoffen, dass es dann nächstes Jahr mehr gibt!

^essbar

^giftig

^tödlich giftig, schmeckt angenehm nussig

^minderwertig aber essbar.
Nun noch einmal ein paar wichtige Merksätze, wenn man in die Pilze geht:
1. Nachhaltig sammeln:
Einzelne Pilze immer lieber stehen lassen. Erstens kann man nur Pilze, die zu mehreren in verschiedenen Entwicklungsstadien stehen, wirklich sicher bestimmen. Zweitens stellt der Pilz als Fruchtkörper den Versuch dieser Organismen dar, sich fortzupflanzen. Wenn man nicht die Gier siegen lässt, sondern den Gedanken an die Zukunft, findet man im nächsten Jahr vielleicht mehr davon.
2. Nicht sinnlos zerstören:
Pilze sind wichtige Bestandteile des Lebensraum Wald. Manche spielen eine wichtige Rolle beim Nährstoffrecycling und manche helfen den Bäumen beim Wachsen. Nur weil ein Pilz giftig ist oder schlecht schmeckt, sollte man nicht einfach durch die Gegend rennen und solche Pilze mutwillig zerstören.
3. Wie man Pilze am besten sammelt:
Die meisten Pilzführer empfehlen entweder, den Pilz herauszudrehen oder ihn mit einem Messer abzuschneiden. Die schonendste Methode ist wohl die erstere. Denn der Fruchtkörper Pilz besteht aus zig eng zusammengedrängten Myzel-Fäden, von denen jeder einzelne mit dem Gesamtorganismus Pilz verbunden ist. Wird der Fruchtkörper mit dem Messer abgetrennt, öffnet man eine riesige Schicht Myzelfäden, die alle einzeln plötzlich der Umwelt und damit gefährlichen Krankheitserregern ausgesetzt sind. Dreht man den Pilz aus seinem Grundmyzelgeflecht, dass im Vergleich zum Fruchtkörper nur aus wenigen Fäden besteht, kann man die Angriffsfläche für Krankheitserreger viel kleiner halten. So sorgt man dafür, dass im nächsten Jahr mir größerer Sicherheit derselbe Pilz wieder wächst.
Ein Messer sollte man aber trotzdem mitnehmen. Denn beim Herausdrehen nimmt man oft noch viel Bodenstreu am Pilzboden mit, das man am besten schon im Wald entfernt. Auch sonstige Verunreinigungen oder Fraßstellen kriegt man so sparsamer schon im Wald ab und spart sich das Putzen zuhause.

Bemerkung zum Schluss:
Dieser Blog ist kein Pilzbuch. Wer damit in den Wald hinausgeht und dann aufgrund der mangelhaften Information etwas giftiges einpackt und verspeist, ist selber schuld. Pilzbücher gibt es in jedem Buchladen und jeder naturwissenschaftlichen Bibliothek. Ich übernehme keine Haftung Zwinkerndes Smiley

Montag, 8. Oktober 2012

Mein erster Arbeitstag als FÖJ-Praktikant

Das erste Mal seit langer Zeit bin ich heute um 6 Uhr Früh aufgestanden. Dass das tatsächlich so lange her ist, bekam ich spätestens am Ticketautomaten zu spüren. Beim Versuch meine Azubi-Monatskarte per Karte zu zahlen gab ich, total selbstsicher, drei mal meine Geheimzahl falsch ein. Karte gesperrt. In der Folge musste mein armer Freund dran glauben und mir mit acht Euro in Münzen aushelfen, da der Automat auch keine Scheine annehmen wollte. Als ich wieder zurück war, wollte das teuflische Ding aber auch keine Münzen mehr haben.
So schnell wird man zum Schwarzfahrer. Aber es ging ja nur um eine Station, wo ich dann endlich 3,90€ loswurde.
Mit fünf Minuten Verspätung kam ich in Lauf an, holte mein Fahrrad hinter der Garage meines Anleiters hervor und radelte los. Davon, dass es eine Abkürzung zu meiner Einsatzstelle in der Lebenshilfe gibt, erfuhr ich natürlich erst im Laufe des Tages, so dass ich etwa eine Viertelstunde zu spät ankam. Die Verspätung ist aber auch dem Umstand zu verdanken, dass ich viel zu selten Fahrrad fahre.
Nach diversen Förmlichkeiten und der Bestellung des Mittagessens – Ente mit Brezenknödel und Rotkohl – wurde ich zu meiner eigentlichen Einsatzstelle, dem Naturerlebnispark mit dem Waldhaus geschickt. Wieder aufs Rad. Mein Popo fühlt sich jetzt ziemlich blau an.
Bis zum Mittagessen besichtigte und photographierte ich so viel wie möglich, um eure Augen zu erfreuen.


Das Waldhaus wird von einem kleinen Dach voll Solarzellen mit Strom versorgt. Das Häuschen dazu dient als hübsche Aussichtsplattform. Die Hinterseite des Waldhauses beherbergt ein paar Trockentoiletten für das Bedürfnis zwischendurch. Trockentoiletten deswegen, weil das Ganze in einem Wasserschutzgebiet angesiedelt ist. Im Waldhaus gibt es ein kleines Bürozimmer für den FÖJ-ler, und ein kleines Ruhezimmer (weil dort eben z.B. auch behinderte Kinder zu Besuch kommen, die mal einen Mittagsschlaf extra brauchen). Außerdem gibt es einen Dachboden mit viel Werkzeug.



Das Waldhaus wird nicht nur von Schulklassen besucht, sondern kann auch für Feste gemietet werden. Dass es da keine Überschneidungen gibt, ist Teil meiner Aufgabe. Der Naturerlebnispfad besteht aber nicht nur aus dem Waldhaus, zu dem auch noch ein Obst/Gemüse- und ein Kräutergarten gehört: Außerdem gibt es noch ein Weidenlabyrinth, einen Tastpfad, einen Niedrigseilgarten und einen buchstäblichen Pfad durch den Wald mit vielen kleinen Stationen. Und das ist jetzt nur das, was ich heute geschafft habe.

Ein weitere Aufgabenbereich von mir wird sein, bei der sogenannten Hippotherapie mitzuhelfen. Wie genau das vonstatten gehen soll, weiß ich noch nicht. Aber es geht eben darum, dass die Kinder im Umgang mit Tieren richtig aufblühen. Bisher gab es nur einen Therapiehund in der Schule, aber durch große Spenden konnte in den letzten Monaten ein Reiterhof direkt daneben erbaut und eröffnet werden. Die Kinder können dann alles mit den Pferden anstellen, was von Striegeln über Füttern bis hin zum Reiten geht.

An diesem Schreibtisch werde ich in der nächsten Zeit die Waldhausbuchungen managen, ein Handbuch für zukünftige FÖJ-ler erstellen und ein Praktikumstagebuch führen. Außerdem werde ich dort gaaaaanz viele tolle Infotafeln für den Pfad zusammenbasteln. Damit ich auch schön in der Materie Biologie bleibe. Zwar nicht mehr sehr molekular aber immerhin.
Nach meinem zweiten Einsatz an der Waldhütte, wo ich ein wenig Freizeit hatte, die ich zum Pilze sammeln fürs Abendessen nutzte, lag auf meinem Schreibtisch direkt schon die erste Mietanfrage für das Waldhaus. Nach mehreren Versuchen, den Kunden wie gewünscht zurückzurufen, konnte ich ihm dann leider noch nicht allzu viele Antworten geben. Das hole ich aber dann morgen nach.


Tjo, dann gucken wir mal, wie’s weitergeht. Die Kiddies darf ich wohl demnächst mal zum Pilzesuchen im Rahmen der Erlebnispädagogik ausführen. Das kann ich für das nächste FÖJ-Seminar dann quasi schon mal üben.
Fazit:
Ist schon hart so früh aufzustehen und soooo viel Rad zu fahren, wenn man ein paar Jahre soooo wenig in die Richtung gemacht hat. Aber nach dem Jahr bin ich dann bestimmt suuuper fit und hab keinen Horror mehr vorm früh aufstehen Zwinkerndes Smiley
FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ