Donnerstag, 19. Juni 2014

Mit Labkraut Käse machen, das Experiment

17.6.2014
Ich gehe durch die Heide nach hause und entdecke am Wegrand Galium verum, das Echte Labkraut.

Mir fällt wieder ein, dass ich seit bestimmt drei Jahren ausprobieren will, ob es stimmt, dass man mit Labkraut Milch zu Käse machen kann. Ich rupfe mir eine gute Handvoll ab und stecke das Kraut in eine Seitentasche meines Rucksacks. Beim Einkaufen kaufe ich alles mögliche, aber keine Milch.

18.6.2014

Abends packe ich meinen Rucksack um. In der Seitentasche entdecke ich das bereits getrocknete Labkraut. Mir fällt außerdem ein, dass ich immer noch keine Milch gekauft habe. Verdammt, es ist auch schon weit nach 22:00 Uhr. Ich lege es auf den Küchenschrank und nehme mir ganz fest vor, morgen Milch zu kaufen.

19.6.2014

Erst auf dem Weg nach hause, als ich wieder am Labkraut vorbeigehe, fällt mir ein, dass ich nochmal einkaufen muss. Dieses Mal kaufe ich wirklich auch Milch (außerdem Balsamico, Kochwein, und Aufback-Ciabatta für die Trüffelkäseschnittchen für meine Kommilitonen). Zuhause stecke ich den getrockneten Galium direkt in ein Teesieb, es müssen so 10-20g gewesen sein und lasse das ganze erst einmal kalt ziehen. Vielleicht klappt es ja schon so. So lange koche und genieße ich Möhrenbandnudeln.

Nach zwei Stunden sieht die Suppe immer noch so aus wie vorher. Hmm. Zu wenig? Hat die Trocknung die Enzyme beschädigt? Oder fehlt es nur an Wärmeenergie, um den Prozess in Gang zu setzen?

Ich überprüfe letzteres, indem ich die Milch auf die Kochplatte stelle und erwärme. Kochen lassen will ich die Milch nicht, sonst gerinnt ein Teil Eiweiß ja aus ganz anderen Gründen.

Fazit nach weiteren 30min warm stehen:

Die Milch ist immer noch flüssig-einheitlich. Sie hat sich gaaaanz leicht ins gelbe verfärbt, so leicht, dass ein Bild davon trotz steigerbarer Ästhetik überflüssig wäre. Wenn ich noch einmal einen halben Liter Milch für die Wissenschaft opfern will, versuche ich es mit frischem Kraut und etwas größeren Mengen.
Aber immerhin ist diese Milch hier noch angenehm warm und hat ein bisschen Heuaroma.

Prost!

Spinnenstudien

Ich war kürzlich ein zweites Mal in Kroatien auf Meeresbiologie-Exkursion. Dort habe ich aber etwa 50m abseits vom Meer dieses Mal auch Spinnen gesammelt. Ich wollte euch mal an meinen bisherigen Bestimmungsarbeiten teilhaben lassen. Mit diesem Bestimmungsschlüssel habe ich gearbeitet:
http://www.araneae.unibe.ch/keyPalud Spinnen

kleine braune Spinne mit gestreiften Beinen

Araniella cucurbitina

helle Spinne mit knallgelben Hinterleib mit schwarzen Punkten

Neoscona adianta

dunkle Spinne mit gelb-schwarzem Hinterleib

Neoscona adianta Juvenilstadien

Auf meiner Agenda steht immer noch die Fertigstellung des Helgoland- und des Frankreich-Reiseberichts. Kroatien die zweite werde ich hoffentlich auch bald in Angriff nehmen können. Im Sommer steht noch eine botanische, zweiwöchige Exkursion nach Schweden auf dem Plan und ein weiterer Kurztrip nach Kroatien zum Vogelberingen. Wird spannend!

Liebe Grüße

Euer Tinschen